Sieben Fragen an den Biogärtner Karl Ploberger

Ploberger Garten für FauleDie Glücksfrage:

Mein Haus ist superschön. Ich bin superfaul. Wie intelligent muss mein Garten (angelegt) sein, damit ich superglücklich bin?

Die Antwort ist ganz einfach! Mit "super viel" Natur! Denn mit der Natur angelegte Gärten sind nicht nur bequemer, sondern sie sind auch voller Erlebnis. Und genau das macht glücklich! In einem Stück Grün, das keine grüne Wildnis sein muss, lebt es sich einfach herrlich, wenn die Vögel singen, die Marienkäfer herumschwirren oder die Schmetterlinge flattern! Und ich liege dann in meiner eleganten Gartenliege und lass die Seele baumeln – einfach superentspannt!

Die Charakterfrage:

Was sind die fünf wichtigsten Charaktereigenschaften des perfekten Gartens für intelligente Faulenzer?

  1. Zurückhaltung – damit die Natur ab und zu zum Regisseur des Gartentheaters werden kann und für die eine oder andere Überraschung sorgt.
  2. Enthusiasmus – weil das Beobachten und Erleben der Natur dann zur doppelten Freude wird.
  3. Ein wenig Geduld – weil nicht alles von heute auf Morgen wächst und damit mit jedem Tag der Garten schöner wird.
  4. Viel Optimismus – weil immer wieder auch im Garten mit dem einen oder anderen Rückschlag gerechnet werden muss, aber die Natur alles "ausbügelt".
  5. Eine große Portion Lebensfreude – damit lässt sich auch ein "Schweiß"-Tag vergessen, an dem gemäht, geschnitten oder Unkraut gezupft wird. 

Die Verzichtsfrage:

Auf was müssen faule, aber intelligente Gartenliebhaber trotz aller Tricks und Kniffe leider verzichten? 

Auf langweilige Gärten im monotonen Einheitsgrün mit faden Gehölzen. Alles andere ist im "Garten für intelligente Faule" möglich und notwendig, denn nur die Vielfalt macht die Gärten bequem.

Die Gewinnfrage:

Und auf was nicht?

Auf Leben pur! Auf gesunde Kräuter und Beeren ohne Gift, auf barfuß laufen im chemiefreien Rasen und auf viele Momente des Glücks! Denn was kann mehr Gewinn sein, als Erholung direkt vor der Haustür.

Die Expertenfrage:

Wie täuscht man mit ein paar kleinen Tricks (z. B. vor Freunden auf einer Gartenparty) den grünen Daumen vor, den man nicht hat?

Wer naturgemäß gärtnert (wir Österreicher nennen es charmant "gartelt"), der muss nicht täuschen und tarnen. Da sind ein paar Kräuterkästen als frischer Aroma- und Vitaminvorrat für die Freiluftküche selbstverständlich. Und auch die Kübelpflanzen mit Zitronen, Orangen oder dem duftenden Oleander gehören dazu – ohne Tricks und Mogeln.

Die existentielle Frage:

Was ist die intelligenteste Erfindung, die intelligenteste Pflanze oder das intelligenteste Werkzeug für intelligente Gartenfaulenzer?

Die intelligenteste Erfindung ist unser Boden. Ohne die Humusschicht gebe es kein Leben. Eine Zahl überzeugt: In einer Handvoll Erde sind mehr Lebewesen, als es Menschen auf der Erde gibt!

Die intelligenteste Pflanze – das ist natürlich nun ein wenig provozierend – ist für mich die Brennnessel. Sie wächst nur dort, wo der beste Boden zu finden ist, breitet sich schnell aus, liefert Schmetterlingsraupen Nahrung, lässt sich zu wertvoller Dünge-Jauche verarbeiten und man kann aus den Fasern sogar Textilien weben.

Beim Werkzeug ist für mich der Sauzahn das universellste Gartengerät. Es lockert den Boden, schont die Tiere und ist leicht zu bedienen.

Die Herzensfrage:

Hand aufs Herz: Wären Sie selbst lieber fleißiger im Garten? Oder sind Sie glücklich damit, ein intelligenter Gartenfaulenzer zu sein?

Ich genieße das „Faulenzertum“ und bin stolz darauf, dass so viel Menschen es mir nachmachen. Nicht wegen mir, sondern weil wir damit unsere Erde ein wenig lebenswerter machen. Faulenzergärtnern ist biologisches und damit Ressourcen schonendes Gärtnern – und das macht die Erde auch für unsere Kinder und Enkelkinder lebenswert. 



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